Meine Vespa und Roller-Seite - Der wahre "Kult"

Vespa-LogoKnapp 20 Jahre habe ich mich mit dem Wunsch rumgeschlagen, mir endlich einen Roller zu kaufen. Eigentlich war ich immer schon ein Fan dieses Vehikels. Damals gab es nur die Vespa und deshalb verwundert es auch nicht, dass für mich nur eine solche in Frage kam. Lange habe ich mit mir gerungen und den Gedanken immer wieder verworfen. Dann gab es zudem auch einmal eine Zeit, in der ein Roller als ziemlich uncooles Fortbewegungsmittel galt. Meine Begeisterung dafür ist aber nie richtig verschwunden, wohl auch weil dieses Fahrzeug technisch immer mit der Zeit ging. Die modernen Roller mit ihren Automatikgetrieben besitzen bereits seit den späten 80er Jahren die Technik des 21. Jahrhunderts und sind keine Schalt- und Kupplungskrücken des 19. Jahrhunderts mehr.

Seit dem Sommer 2009 bin ich stolzer Besitzer einer kleinen Vespa LX 50 Viertakt. Warum aber keinen stark motorisierten Roller? Schließlich besitze ich den entsprechenden Führerschein. Dafür gab es mehrere Gründe:

1) Der 50er Roller muss nicht zum TÜV und kann mit einem Versicherungskennzeichen betrieben werden. Ein erheblicher Vorteil auf der Kostenseite. Das Versicherungskennzeichen liegt zwischen 50 und 100 EURO, je nach Versicherer und Leistung.

2) Der Verbrauch liegt bei einem 50 ccm Fahrzeug wesentlich niedriger als bei einem großen Roller. Dabei haben beide fast ein und die selbe Tankgröße.

3) Die Zeitdifferenz, die man bei einer Kurzstreckenfahrt über Land mit einem kleinen Roller gegenüber einem großen hat, ist im Großen und Ganzen vernachlässigbar.

4) Im Stadtverkehr kann ich mit meiner Fahrgeschwindigkeit einigermaßen mitschwimmen. Auf Überlandstrecken werde ich schneller überholt. Bei großen Rollern wird oftmals die Geschwindigkeit unterschätzt, was zu einem wesentlich längeren Überholvorgang führt und man deshalb nicht selten auch geschnitten wird, wenn es mal eng wird.

5) Mit dem Umstieg auf einen kleinen Roller habe ich die "Entschleunigung" zu schätzen gelernt. Beim Fahren sehe ich viele Dinge, die ich bei schnellen Fahren mit einem Motorrad nicht wahrnehmen könnte, weil ich mich noch intensiver auf den Verkehr schon weit im Voraus konzentrieren muss.

Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass ich mit meiner kleinen keine Kraftfahrstraßen und Autobahnen benutzen darf. Für längere Touren muss ich mich eben entsprechend anhand von geeignetem Kartenmaterial vorbereiten, um derartige Straßen zu meiden. Da ich meinen Roller sowieso nur zum gemütlichen Fahren benutze, ist dieser Nachteil für mich also nicht so relevant. Vor allem sind Roller bei höheren Geschwindigkeiten und Überholmanövern durch andere Verkehrsteilnehmer recht windanfällig. Dann erfordert es große Konzentration und Geschick den Roller sicher zu lenken, denn merke: Ein Roller ist ganz anders zu handhaben als ein Motorrad, auch wenn die Automatik heutzutage das allgemeine "Schaltgefrickel" übernimmt. Aber das Handling ist durch die andere Schwerpunktverlagerung sowie die Sitzposition des Fahrers vollkommen unterschiedlich.

Eine Vespa zu lenken, bedeutet nicht einfach nur irgend einen Roller zu fahren. Das ist mehr - es ist ein Lebensgefühl, ein wahrer "Kult". Vespa verbindet Geschichte und Technik in einem. Sie hat Tradition und Stil auf der einen und verkörpert doch Modernität auf der anderen Seite. Das Konzept der selbsttragenden Blechkonstruktion hat sich seit der Entstehung der kleinen "Wespe" im Jahr 1946 so gut wie nicht geändert. In der Kraftfahrzeugtechnik dürfte es nur wenige derartige Konstanten geben. Vielleicht ist die Vespa noch am ehesten mit der Modellreihe 911 von Porsche zu vergleichen. Der Versuch der Firma Piaggio sich von dem Namen "Vespa" in den 90er Jahren zu trennen, hat fast eine Katastrophe herauf beschworen. Gottseidank ist man sich noch rechtzeitig der Tradition bewusst geworden, hat die Reißleine gezogen und zum alten Konzept zurückgefunden ohne altertümlich zu wirken. Der Erfolg zeigt sich auch darin, dass die Vespa trotz starker internationaler Konkurrenz auf dem Rollersektor immer noch weltweit die unangefochtene Nr. 1 ist.

Technische Daten der LX 50 4T

Motordaten
Typ Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor mit vier Ventilen
Bohrung 39 mm
Hub 41,8 mm
Hubraum 49,9 cm³
Maximale Leistung 3,2 kW bei 8250 U/Min
Maximales Drehmoment 3,8 Nm bei 7,750 U/Min
Verdichtungsverhältnis 11,5 ÷ 12,5 : 1
Ventilsteuerung Einzelne, obenliegende Nockenwelle mit Kettenantrieb auf der linken Seite, Dreiarm-Schwinghebel und Eichplättchen für die Ventilspiel-Einstellung.
Leerlaufdrehzahl 1700 ÷ 1900
Anlassersystem Elektrischer Anlassermotor/Kickstarter
Schmierung des Motors mit kettengesteuerter Nockenpumpe (im Gehäuse). Netz-Vorfilter und Fliehkraft-Filter an der Kurbelwelle.
Benzinversorgung Mit Schwerkraft, mit bleifreiem Benzin (Mindestoktanzahl 95) über Vergaser.
Ventilspiel Einlass 0,10 mm
Auslass 0,15 mm
Vergaser mit Unterdruck KEHIN NCV ø 20 mit elektrischer Vergasersteuerung (SIS).
Kühlung Mit Luftkühlung
Antrieb Stufenloses Automatikgetriebe mit Ausdehnungsscheiben und Drehkraftunterstützung, Keilriemen, automatische Fliehkraft-Trockenkupplung.
Hinterradgetriebe Ölbad-Zahradgetriebe
Zündung Elektronsiche Zündung mit induktiver Entladung, mit variabler Vorzündung und mit getrennter Zündspule.
Zündkerze NGK ER9EH-6N
Elektrodenabstand 0,5 ÷ 0,6 mm

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Fahrzeugdaten
Rahmen Rahmen aus Stahl-Pressblech mit verschweißten Rahmen-Versteifungen
Vordere Radaufhängung/
Federung
Einarm mit Spiralfeder und hydraulischer doppelt wirkender Einzelstoßdämpfer
Hintere Radaufhängung/
Federung
Einkammerstoßdämpfer
Vorderradbremse Scheibenbremse Ø 200 mm mit hydraulischer Betätigung (Bremshebel rechts am Lenker).
Hinterradbremse Trommelbremse Ø 110 mm mit mechanischer Betätigung mit Bremshebel links am Lenker).
Radfelgentyp Aus Leichtmetall
Vordere Radfelge 11" x 2,50
Hintere Radfelge 10" x 3,00
Vorderreifen 110/70 - 11" 45L schlauchlos
Hinterreifen 120/70 - 10" 54L schlauchlos
Reifendruck vorderer Reifen (mit Beifahrer) 1,6 Bar (1,6 Bar)
Reifendruck hinterer Reifen (mit Beifahrer) 2,0 Bar (2,3 Bar)
Leergewicht 102 ± 5 kg
Maximal zulässiges Gewicht 290 kg
Batterie 12 V/9 Ah
Motoröl ~ 850 cm³ (Typ: Synthetisches Öl SAE 5W-40, API, SL, ACEA A3, JASO MA)
Getriebeöl 80 cm³ (Typ: Öl SAE 80W/90 mit besseren Eigenschaften als API GL 3)


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Tipps für die Reisevorbereitung

Wer vor hat, mit dem Roller (gilt aber auch für andere Zweiräder) eine etwas größere Tour zu unternehmen, sollte seine Reise nicht dem Zufall überlassen, sondern sich bereits im Vorfeld einige Gedanken machen. Zur Erleichterung habe ich hier ein paar Aspekte zusammengetragen, die dem einen oder anderen behilflich sein könnten:

  1. An allem Anfang sollte zunächst einmal eine Routenplanung stehen. Diese kann entweder mit einem geeigneten Navigationsgerät erfolgen, mit Hilfe eines Routenplaners im Internet (z.B. Falk Routenplaner oder Google Maps) durchgeführt oder ganz konventionelle mit Hilfe geeigneten Kartenmaterials vorgenommen werden. WICHTIG! Für diejenigen von euch, die ebenfalls mit einem 50er Roller unterwegs sind, daran denken in der Planung Kraftfahrstraßen und Autobahnen auszuschließen. Das erspart den Ärger, ggf. einen größeren Um- oder Rückweg einschlagen zu müssen. Am besten auch daran denken, bereits bei der Planung die entsprechenden Orte rauszusuchen, in denen man unter Umständen übernachten will. Wer nicht wild in der Pampas campieren möchte, sollte sich daher bereits nach geeigneten Campingplätzen bzw. Gasthöfen, Pensionen oder Hotels umschauen. Wer das bereits gemacht hat, ist mit seiner Vorbereitung schon ein kleines Stück voran gekommen. Es empfiehlt sich ein kleines Taschenbüchlein mitzuführen, in welchem man bereits im Vorfeld eine kurze Wegbeschreibung und markante Stellen notiert hat. Diese lassen sich bei jedem Halt kontrollieren und abhaken. Weiterhin könnt ihr zur Vorbereitung auch Reiseführer heranziehen. Hier gibt es sehr gute Literatur insbesondere für Fahrten ins Hochgebirge (Stichwort: Der "Denzel" - Großer Alpenstraßen Reiseführer).

  2. So - nachdem wir uns nun über unsere Route im Klaren sind, geht es jetzt ans Eingemachte. Als nächstes sollten wir prüfen, ob wir die nötige persönliche Ausrüstung dabei haben. Auf entsprechende Schutzbekleidung muss ich hier wohl nicht hinweisen. Wer jedoch in die Alpen fährt, sollte daran denken, dass es in 2 1/2-Tausend Metern Höhe bereits empfindlich kalt werden könnte. Ebenso schnell kann dort auch das Wetter umschlagen. Eine Regenkombi ist also Pflicht. Bitte auch genügend Barschaft in diesem Fall bereit halten, denn so manche Alpenstraße ist nur gebührenpflichtig zu benutzen. Wer nicht beständig seine Klamotten trocknen möchte, sollte bei der Mitnahme darauf achten, dass diese möglichst wasserdicht verstaut ist. Am besten eignen sich hierfür wasserdichte Motorradrucksäcke oder -taschen. Diese können bequem auf der Sitzbank oder dem Fußzwischenraum befestigt werden. Am besten so packen, dass man ohne viel Aufwand an die nützlichen und wichtigen Dinge zuerst kommt. Außerdem bitte ich euch zu bedenken, dass der Platz natürlich nur begrenzt ist, schon alleine wegen der Zuladung und der Beeinflussung der Straßenlage. (Also möglichst auf die Mitnahme der mobilen Schrankwand verzichten). Also - alles prüfen, ob es nicht überflüssig ist und man getrost darauf verzichten kann. Schließlich wollen wir eine Reise mit dem Zweirad unternehmen und keinen Schönheitswettbewerb auf dem Laufsteg gewinnen. Natürlich dürfen wir das richtige Kartenmaterial keinesfalls daheim liegen lassen. Für Motorradtouren sind die Karten der Größe 1:200.000 zu empfehlen. Diese sind so groß und übersichtlich, dass alle wichtigen Straßenverbindungen für uns daraus hervorgehen. Erhältlich sind diese entweder in Buchgeschäften oder über die Mitgliedschaft in einem der Automobilclubs erhältlich (ADAC, ACV etc.) Das kostet zwar einen jährlichen Beitrag aber im Fall der Fälle ist man gut aufgehoben und erspart sich damit weitere Kosten. Außerdem versorgen diese Clubs ihre Mitglieder meist jährlich mit aktuellen Kartenmaterialien bzw. unterstüzten einen bei der Tourenplanung. Für die kleine Bordapotheke hält man am besten ein paar Pflaster bereit. 

  3. Jetzt, wo wir auch an unsere persönlichen Sachen gedacht haben, geht es darum uns um die technischen Belange unseres fahrbaren Untersatzes zu kümmern. Grundsätzlich gilt: Das Zweirad sollte vor Beginn der Reise durchgecheckt und mängelfrei sein. Nichts dürfte ätzender sein als seine Tour beenden zu müssen, weil das Gefährt wegen schlechter Wartung unterwegs liegen bleibt. Das kann man sich ersparen. Grundsätzlich sollte vor Fahrtbeginn selbstverständlich der Ölstand, die Beleuchtung, die Bremsen und die Bereifung auf ihre völlige Tauglichkeit überprüft werden. Vor allem der Luftdruck ist dem geänderten Gewicht anzupassen 0,2 Bar mehr als vom Hersteller angegeben kann dabei oft nicht schaden. In den meisten Fällen sollte ein rudimentärer Satz Werkzeug für eine einfache Reparatur ausreichend sein (Maul- und Ringschlüssel, Zündkerzenschlüssen, Schraubendreher (Schlitz und Kreuzschlitz), Flach- und Kombizange, ggf. einen kleinen Trichter zum Öl einfüllen und gutes Panzerband. Wer es sich leisten kann nimmt einen Leatherman (Wunder- und Allzweckwaffe) mit. In den meisten Fällen sollten damit die notwendigen Reparaturen zu erledigen sein und mit etwas Glück lässt sich alles Werkzeug in einem kleinen Schlamperfedermäppchen verstauen. Für alles andere wird sowieso die Fachwerkstatt benötigt und die Fahrt dürfte damit beendet sein, was ich natürlich niemanden wünsche. An Ersatzteilen sollten wir uns auf das Nötigste wie z.B. Glühbirnen, eine Zündkerze einen Bowdenzug beschränken. Ratsam ist es auch einen Liter Öl mitzunehmen. Eine längere Tour kann für unsere "Else" schon ein wenig Belastung sein und zu einem erhöhten Verbrauch führen. Da ist es gut, wenn man ggf. etwas nachfüllen kann. Alles andere lässt sich wie bereits oben erwähnt sowieso nicht mit den Bordmitteln flicken, sondern muss über die Werkstatt erfolgen.
Nachdem wir nun so gut auf unsere Reise präpariert sind, sollte eigentlich nichts mehr passieren, so dass wir unser Ziel wie vorgesehen erreichen werden.

In diesem Sinne wünsche ich allen stets eine gute und unfallfreie Fahrt!

Mein kleines Reise- und Touren-Tagebuch

Hier wird im nächsten Jahr meine Reise- und Tourenbeschreibung einer Alpenrundfahrt eingestellt

Sinnvolle Links für Rollerfahrer



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