In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts fängt Deutschland an sich in den zwei Blöcken zu konstituieren. Während der Westen Deutschlands sich stärker an den USA orientiert, wird der Osten mehr ungewollt als gewollt an die UdSSR gebunden. Noch immer denkt man zunächst, dass Deutschland wieder ein einiges Vaterland werden könnte. Aber am 13. August 1961 zerbrechen die letzten Hoffnung darauf. Die DDR-Führung bereitet den noch immer währenden Exodus aus ihrem Staatsgebiet mit dem Bau der Mauer ein Ende. Von heute auf morgen entsteht der "Anti-Imperialistische Schutzwall" und trennt Orte und Gebiete sowie Familien und Freunde. Dabei hatte kurz vorher Walter Ulbricht die Öffentlichkeit schamlos belogen, indem er behauptete, dass niemand die Absicht hege eine Mauer zu errichten.
Die
sechziger Jahren werden aber auch die Zeit der weiter
prosperierenden Wirtschaft in der Bundesrepublik. Was uns heute wie ein
Märchen erscheint, gab es einmal wirklich; die
"Vollbeschäftigung". Es müssen sogar Arbeiter aus
fremden
Ländern nach Deutschland geholt werden, um weiter produzieren
zu
können. Die ersten "Gastarbeiter" erreichen Deutschland und
werden
zunächst noch freudig begrüßt. Im Westen
steigt der
Lebensstandard langsam aber sicher an, während er im Osten
stagniert. Die eigenen vier Wände sind für viele
nicht mehr
nur Wunschtraum sondern werden auch verwirklicht. Im Osten sind die
Bewohner froh, wenn Sie eine Wohnung in einer der modernen
Plattenbauten, mit eigenem Bad und WC bekommen können.
Das Jahrzehnt zwischen 1960 und 1970 bringt aber auch in Deutschland unschöne Seiten mit sich. Eine Elterngeneration verschweigt ihren Kindern die nationalsozialistische Zeit. Viele ehemalige Nazis sind wieder in Amt und Würden. Die Studenten fragen nach und bekommen keine Antworten. So gehen sie auf die Straße und machen ihrem Ärger in Protesten Luft. Die 68er Generation ist geboren und mit ihr hält die APO und Studentenunruhen Einzug. Als Folge kommen die Notstandgesetze in die Bundesrepublik, weil sich der Staat bedroht sieht. Der Kalte Krieg spitzt sich in Stellvertreter-Kriegen zu. Während der Cuba-Krise hält die Welt den Atem an, der Vietnam-Krieg zeigt seine blutige Seite und die Besetzung der Tschechoslowakei durch russische Truppen schockt den Westen. Der Präsident der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, der noch kurz vorher Berlin besucht hatte und frenetisch gefeiert wurde, fällt einem Attentat zum Opfer. Ebenso wie sein Bruder Robert und der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King.
Aber der Spießigkeit der 50er Jahre wird Adieu gesagt. Die Einführung der Pille bringt am Ende der 60er Jahre die sexuelle Revolution und Befreiung von Zwängen. Die Beatmusik und vor allem die Beatles, die Rolling Stones und die Who halten Einzug in unzähligen Clubs. Die Hochburg der neuen Musik ist Hamburg, die Große Freiheit und natürlich der Star-Club.Wer es gemächlicher und deutscher mag, der hört sich Schlagermusik an. Das Fernsehen beginnt seinen Siegeszug in Westdeutschen Wohnstuben anzutreten. Die Mode wird knapp - der Minirock ist erfunden und die Frisuren wachsen bei den Frauen in die Höhe. Bei der Fußball-Europameisterschaft sorgt ein Tor in Wembley für ziemlich viel Furore. Und natürlich das Auto, es begann sich vom reinen Fortbewegungsmittel zu einem Statussymbol zu entwickeln. Am Wochenende pflegt man sein Auto in aller Öffentlichkeit. Lust auf mehr bekommen, dann begleitet mich auf meinem Weg durch das Beat- und Beehive-Jahrzehnt.