Richtige Autos made in Germany
Der VW Käfer
Traum
eines deutschen Durchschnittsbürgers war der Wunsch, ein eigenes,
richtiges Auto zu besitzen und zwar mit
kompletter Ausstattung für mehr als zwei Fahrgäste, einem
Kofferraum, vernünftigen Türen und allem was dazu gehört. Der
VW-Käfer war solch ein Fahrzeug. Er brachte all diese Voraussetzungen mit. Sein
luftgekühlter Boxermotor reichte auch noch in
vollbesetztem
Zustand für passable Geschwindigkeiten, die den Begriff Auto rechtfertigten.
Mit einem Preis von ca. 3.500 DM war die Standard-Version allerdings wesentlich teurer als jeder Motorroller oder Kleinwagen.
Dennoch setzte sich der Käfer durch und machte seinem Namen
als
"Volkswagen" alle Ehre. Bis zum Jahr 1978 wurde das Auto in
mehr als 21 Mio. Exemplaren in unterschiedlicher Ausführung in Deutschland und
später in Brasilien gefertigt. Selbst nach dem Produktionsstop im eigenen Land
prägte er noch über weitere zehn Jahre die
Straßen Deutschlands. Nicht nur in der Bundesrepublik stand der Wagen hoch im Kurs. Auch als
Exportschlager war der VW-Käfer als Musterbeispiel für deutsche
Leistungsfähigkeit und Qualität "Made in Germany" bekannt und begehrt.
Der
Karman Ghia
Ebenfalls auf Käfer-Basis beruhte der in Zusammenarbeit zwischen VW und dem Osnabrücker Karmann-Werken gebaute "Karmann-Ghia. Als sportliche Variante sollte er die Lücke zwischen einfachem Alltagsauto und Sportwagen a la Porsche
schließen. Der sportlich anmutende Wagen versprühte das Flair eines rassigen Sportwagens. Die Motorisierung war jedoch mit einem 27 PS starken
Boxermotor nicht gerade berauschend. Die Form allerdings überzeugte durch
Eleganz und Stil. Besonders beliebt war der Wagen bei Frauen. Bei den besser betuchten Bürgern
stand der Karmann Ghia oft als sportlicher
Zweitwagen neben einem großen Mercedes oder dem Borgward in
der
Doppelgarage. Der Karmann Ghia wurde bis Anfang der siebziger Jahre von
VW produziert.
Luxuskarossen
"Made in Germany"
Luxuskarossen
wie z.B. der Opel "Kapitän", der Mercedes "SL"
oder auch die "Isabella", des Bremer Autobauers Borgward waren nur
etwas für den gut gefüllten Geldbeutel. Zwischen
8.000 und
12.000 DM musste man für eine derartige Limousine schon
hinblättern. Wo ein solches Fahrzeug auftauchte, waren die respektvollen Blicke der Betrachter garantiert. Noch gab es in Deutschland keine
überfüllten
Innenstädte oder Parkplätze, Staus waren eine
Seltenheit und
bei Ausflügen über Land konnte es schon einmal etwas länger dauern, bevor einem
wieder
ein Auto begegnete.
Ende der 50er Jahre und mit dem Anwachsen des Wohlstands in der Bundesrepublik konnten sich immer mehr Menschen den Wunsch nach dem Statussymbol "Auto" verwirklichen.
Die
Folgen blieben nicht aus. Ein erheblicher Anstieg bei den
Verkehrsunfällen mit vielen Verletzten und Toten war die Folge.
Die Segnungen des Individualverkehrs sollten sich zunehmends zu einem Fluch entwickeln. In Zeiten knapper werdender Rohstoffe
ist - bezogen auf den Straßen- und Individualverkehr - ein Umdenken vonnöten. Trifft man heute allerdings auf der Straße einen dieser Oldtimer
ist
man dennoch beeindruckt von der Eleganz und Ästhetik, mit der
Konstrukteure und Autobauer ihre Fahrzeuge in den 50er Jahren kreiert
haben. Impulsgeber und großes Vorbild im Fahrzeugbau bzw. der Automobilentwicklung war wie in vielen Dingen die USA. Sie gaben in der Mitte des 20. Jahrhunderts in dieser Beziehung noch den Ton an.
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