In den achtziger Jahren war für jeden etwas dabei. Begonnen haben sie allerdings mit der "No-Future"-Generation. Der Begriff bezeichnete eine Generation, die vom Leben nicht mehr viel erwartete. Die Umwelt war kaputt und teilweise zerstört, eine für damalige Verhältnisse hohe Arbeitslosigkeit prägte Deutschland und die Aussicht darauf, dass die Welt bald wegen des andauernden Wettrüstens auseinander zu fliegen drohte, ließen sich viele vom normalen Alltagsgeschehen abkehren.
So manch einer versuchte sich deshalb in alternativen Lebensformen. Das Wohnen in einer Kommune oder Wohngemeinschaft war nach wie vor angesagt, am besten jedoch außerhalb der Gesellschaft z.B. als Hausbesetzer in abbruchreifen und leerstehenden Gebäuden. Die Auseiandersetzung mit der Polizei wurde dabei in Kauf genommen.
Dann war Regierungswechsel und Helmut Kohl übernahm das Ruder. Beliebt war er ja nicht, der neue Kanzler. Das nutzten Satireblätter, wie "TITANIC" weidlich aus und bald schon war unser Helmut Kohl zur Birne mutiert. Kurze Zeit später war der Regierungschef im ganzen Land unter diesem Spitznamen bekannt, was ihm gar nicht gefiel. Was damals noch niemand ahnte, war, dass das Land es 16 Jahre unter seiner Regierung aushalten musste. Aber langsam ging es dennoch mit Deutschland wieder voran und "jetzt wird wieder in die Hände gespuckt..." wie die Gruppe Geier Sturzflug so schön sang. Und tatsächlich Deutschland rappelte sich wieder auf.
Jetzt zeigte sich das Leben in seiner ganzen Vielfalt. Die Ausprägungen reichten vom gut gegelten Popper zum Punker, oder in der Edelversion als Waver. Popper sahen sich als Gegenbewegung zu den Punks und der No-future-Generation. Ihre Grundhaltung war konservativ auch wenn sie sich nicht mit den Ansichten ihrer Eltern in Einklang befanden. Den Poppern ging es mehr darum einen positiven Lebensplan zu entwickeln. Dies drückte sich auch in der Eleganz ihrer Bekleidung aus. Später gingen aus dieser Einstellung auch die Yuppies (Young Urban People) hervor. Es handelte sich dabei um Leute, deren Lebensmaxime auf absoluten beruflichen Erfolg und Wohlstand ausgerichtet war.
Die Punks hingegen lehnten im allgemeinen die gesellschaftlichen Konventionen ab. Sie trugen Springerstiefel, einen Irokesenhaarschnitt, besprühte Lederjacken und als Schmuck trugen sie überall Ketten oder in den Ohrlöchern Sicherheitsnadeln. Ihre Jacken waren oftmals mit so genannten Buttons geschmückt. Den Punkern ging es darum, die normale Gesellschaft zu schocken. Popper und Punker standen sich eher unversöhnlich gegenüber.
Wer sich nicht mit diesen Stilrichtungen indentifizieren konnte, war vielleicht einfach nur zu normal oder tendierte eher in die Richtung ökologisch-sozial angehaucht. Strick- und Jutebekleidung war da schon ein Muss, vielleicht sogar die bei diesen Leuten angesagten Korksandalen. Ach ja, und das "Arafat" Palästinenser-Tuch durfte natürlich auch nicht fehlen.
Die Mode wurde bunter und gegenüber den
70ern auch wieder eleganter. Die Schlaghosen waren out. Die Herren
trugen wieder Hosen mit Bundfalten, dazu kurze, figurbetonte Jackets.
Die Krawatten waren schmal und oft auch aus Leder. Die Frauen trugen
enge Jeans und Blusen mit rüschigen Ärmeln. In den
Schultern
befanden sich Polster, damit die Schulterpartie besser betont war. Die
Schuhe wurden spitz, die Turnschuhe hatten Klettverschlüsse
und es
war in, Tennissocken zu tragen, sogar zu den
Bekleidungsstücken,
zu denen es gar nicht passte.
Vor
allem helle Pastelltöne oder auch Neonfarben bestimmten die
80er
Jahre. Im Sommer trugen die Normalos Netzhemden und an den
Füßen
Espandrillos. Die Ray-Ban Sonnenbrille war schwer im Kommen und die
Mädels liefen im Bad mit Neonbadeanzügen und Bikinis
durch die Gegend.
Im Winter gab es für die Frauen Teddy-Mäntel und das
Fischgrätmuster
wurde von den Herren wieder entdeckt. Bei den Frisuren durften die
Haare ruhig wallen. Die Dauerwelle feierte fröhliche
Urstände und das
Haargel mit Wet-Look durfte natürlich nicht fehlen um die
Haare auch
richtig zu stylen. Vor allem bei den Poppern und Yuppies war das
Markenbewusstsein stark ausgeprägt. Die Marken "Hugo Boss", "Esprit"
etc. spielten eine bedeutende Rolle. Da durfte es dann auch schon mal
egal sein, wenn man etwas besonders scheußliches trug, Hauptsache man
konnte sagen, dass es von "Boss" ist.
Am Wochenende ging es ab in die Disco. Die angesagte Schuppen spielten Rap und Breakdance und in den Landdiscotheken durfte auch schon mal eine Runde Disco-Fox getanzt werden. Im Sommer besuchte man die großen Open-Air-Konzerte, wie z.B. Rock am Ring oder das Openair-Konzert auf der Loreley. Überhaupt, Musik begleitete alle, dank des Walkmans. Die anderen gingen zur Demo. Irgendwo war da immer etwas los