Zunächst möchte
ich aus meiner Sicht über einige Irrtümer
aufklären, die
von einigen “Modellbahn-Freaks” immer wieder ins
Feld
geführt werden.
Eine Modellbahn darf nicht im Kreis fahren.
Das stimmt so nicht. Natürlich ist es wahr, dass der richtige Eisenbahnverkehr nicht im Kreis läuft, aber wer kann das schon in der Realität wirklich beurteilen. Wer sich einmal die Mühe gemacht hat, einen Tag an einem viel befahrenen Bahndamm zu stellen, wird bald feststellen, dass einige Zuggarnituren immer aus Richtung A nach B fahren, andererseits aber auch die selben Garnituren von B nach A. Wichtig ist vielmehr, dass der Kreisverkehr geschickt vor den Augen des Betrachters versteckt wird und ggf. durch einen kleinen Schattenbahnhof Abwechslung erzeugt wird. Lasst einfach eurer Fantasie freien Lauf.
Auch wer sich für die einfache Variante einer Grundplatte entscheidet, kann eine vernünftige Modellbahn bauen. Zwar wird bedingt durch die Platte die Anlage etwas schwerer, aber dafür ist sie zumindest für den Anfänger einfacher zu realisieren. Erlaubt ist was Spaß macht.
Eine Modellbahn muss in einer Epoche angehören.
Wer sich mit seinem Hobby derart einengt wird sich viel Freude selbst nehmen. Ich finde nichts schlimmes daran einen Rheingold-Express auf einer Anlage der Epoche III oder IV fahren zu lassen. Schließlich ist alles nur eine Frage der Begründung. Stellt euch einfach vor, der Rheingold mit einer BR 18 fährt als Museumszug durch den neuzeitlichen Bahnhof. Auch das kann sehr reizvoll sein.Eine Modellbahn muss detailgetreu sein.
Oft vergessen allzuviele Zeitgenossen, dass eine Modellbahn mit dem Begriff “Modell” zusammenhängt. Gemäß der Modelltheorie ist ein Modell immer eine abstrakte Abbildung der Realität mit dem Aspekt, einer für den Modellbauer individuellen Reduktion auf wesentliche Elemente. Das heißt, jeder kann das für ihn wichtige Element in der Auseinandersetzung mit der Modellbahn in den Vordergrund rücken und andere Aspekte ohne schlechtes Gewissen ausblenden (die Geschmäcker sollen ja bekanntlich verschieden sein). Ich habe schon Modellbahnen gesehen, die vollkommen auf die Gestaltung der Landschaft verzichtet haben und durch einen abwechslungsreichen Zugbetrieb so interessant gestaltet waren, dass der Verlust der Landschaft keine Schmälerung bedeutete. Zuviel Realität kann auch erdrückend wirken. Das Einschottern der Gleise sieht zwar gut aus, aber für jemanden, der z.B. mit Spur N baut, bedeutet es eine derartige Geduldsprobe, dass schon mancher dabei sein Hobby wieder an den Nagel gehängt hat. (Viele halbfertige Modellbahnen, die bei Ebay verkauft werden zeugen davon.)
Modellbahner ist wer realitätsgetreu ist, andere sind Sammler oder Spielbahner.
Eine immer gern genommene Einteilung von Modelleisenbahnliebhabern ist wie folgt: Modellbahner versuchen die Realität so genau wie möglich wiederzugeben, Sammler sind nur am Sammeln und Ausstellen der Modelle interessiert, alle anderen haben nur ein eingeschränktes Verständnis von Modellbahn und sind deshalb “Spielbahner”. Das liest man leider sehr oft auch in der Literatur (die Hardcore-Modellbahner bezeichnet man auch als "Nietenzähler oder "Pufferküsser" - die Begriffe sprechen für sich). Ich empfehle, sich davon nicht beeindrucken zu lassen, sondern das Modellbahnhobby so zu betreiben, wie ihr selbst den größten Gefallen daran findet. Nicht jeder möchte sich so wie ein echter Lokführer, Fahrdienstleiter, Rangierer, Schrankenwärter usw. verhalten. Wer das möchte - gut, wer das allerdings für seine Passion nicht braucht, sollte deshalb keineswegs als “minderwertiger” Modelleisenbahner verdammt werden.Nur große Radien verwenden.
Die gleichen Fachleute, die euch hierzu raten, geben euch im selben Atemzug den Ratschlag, dass eine Anlage nicht zu stark in die Tiefe gebaut werden darf, da ihr ansonsten nicht mehr an den rückwärtigen Anlagenbereich mit der Hand heranreicht. Das ist im Falle einer Entgleisung sehr schlecht. Leider Gottes nehmen gerade die großen Radien sehr viel Platz in Anspruch und nicht jeder verfügt über den Platz, eine Anlage in einem kompletten Zimmer immer an der Wand entlang fahren zu lassen. Wer also nicht mehr als eine Schreibtischplattengröße für sein Hobby zur Verfügung hat, muss deswegen keineswegs auf eine Modellbahn verzichten. Zum einen lassen sich die kleinen Radien verstecken, zum anderen muss man ja nicht unbedingt einen kompletten Intercity mit besonders langen Reisezugwagen einsetzen. Tatsächlich müsst ihr allerdings bei kleinen Radien auf die eine oder andere besonders lange Dampflok verzichten, da diese sich schon sehr durch die engen Radien quält und vielleicht sogar aus den Gleisen springen kann.Diese Liste könnte ich sicherlich noch um weitere Aspekte fortführen. Wichtig ist doch, dass ihr euch den Spaß an eurem Hobby nicht durch selbst auferlegte Zwänge so schmälert, dass ihr es letztlich an den Nagel hängt. Je eher ihr den für euch gangbarsten Weg zum Modellbahnhobby findet, desto mehr Freude werdet ihr auch daran haben.
In diesem Sinne: Lasst euch nicht von selbst ernannten “Modellbahn-Puristen” den Spaß am Spiel mit der Modelleisenbahn kaputt machen...
Eine gute und günstige Alternative zu Modellbahnhäusern aus Kunststoff bieten Kartonmodelle. Diese sind mittlerweile von der Optik sehr gut und integrieren sich hervorragend in die Landschaftsgestaltung. Deshalb habe ich zu den allgemeinen Links noch ein paar Adressen zum Kartonmodellbau eingefügt:
| http://www.1zu160.net/ |
Eine perfekte Informationsadresse für alle Spur-N-Bahner. Hervorragende Modellbahn-Datenbank |
| http://www.modellbahn-portal.de/ |
Auch hier gibt es Infos, News, Berichte, Tipps und Tricks für alle Modellbahnbegeisterten. |
| http://www.der-moba.de |
Seite für alle Modellbahn-Profis. Ist auch
für den Bereich des digitalen Zugbetriebs eine 1a-Adresse. |
| http://www.effekt-kartonmodellbau.de/ |
Die Firma bietet hervorragend detaillierte Gründerzeitbauwerke in den Spurweiten H0, TT und N als Kartonmodelle an |
| http://www.stipp.de |
Ebenfalls hervorragende Kartonmodelle in den Spur, TTweiten H0, TT und N. |
| http://www.gleimo.de/ |
Auch die Firma GLEIMO hat sich auf den Kartonmodellbau spezialisiert. |
| http://www.casalux.de/ |
Modelle aus Karton für den gehobenen Anspruch. Leider fast nur in Spur H0. |
| www.schreiber-bogen.de | Bietet das größte Sortiment im Kartonmodellbau - große Auswahl an Modellgebäuden in den Spuren H0, TT und N. Darüber hinaus werden weitere Modelle, wie Schiffe, Flugzeuge etc. vertrieben. |
| www.spielbahner.de |
Für alle Leute, die keine “Modellbahn-Puristen” sind. |
Einen “wahren” Modellbahnprofi mag es grausen. Meine Anlage soll eine klassisches, zweigleisiges Oval (Hauptstrecke mit Nebenbahn und Industriegleisanschluss) werden. Den Nebenbahnanschluss hätte ich zwar lieber nach innen verlegt, damit ich nicht die Hauptstrecke vom Betriebswerk kreuzen muss, aber dann wäre die Steigung zum oberen Endbahnhof zu steil geworden. Übrigens – der Plan ist mit der Gleisplan-Software XtrkCad für Linux/Windows gezeichnet worden.
Wegen
der beschränkten Platzverhältnisse hat
die Anlage die Maße 180cm x
80cm. Um den “Kreisverkehr” zu
kaschieren, habe ich
im Hintergrund einen kleinen Schattenbahnhof eingelegt. Dort
können
dann die von Osten oder Westen einfahrenden Zuggarnituren bequem
getauscht und abgestellt werden. Der
Gleisverlauf wird schräg verlegt, so dass er nicht so
geradlinig zur
Plattenkante verläuft.
Die Anlage wird auf einer Grundplatte errichtet. Sie ist für analoge Zugsteuerung vorgesehen, da meine ganzen Modelle nur analog fahren und deshalb ein Umbau auf digitalen Betrieb nur sehr zeitaufwändig und ausgesprochen teuer wäre. Dabei habe ich drei unabhängige Stromkreise ins Auge gefasst.
Die Anlage soll so gebaut werden, dass meine Zuggarnituren fahren können. Ich beschränke mich nicht auf eine Epoche, aber zwischen Epoche III und Epoche IV sollte die Anlage angesiedelt sein.
Wegen der besseren Optik werden die Weichen im vorderen Bereich manuell gestellt. Auf Entkupplungsgleise verzichte ich. Die Schattenbahnhofsgleise werden über ein Gleisbildstellpult geschalten und einige Gleisabschnitte werden mit Haltebereichen ausgestattet.Signale dienen der Optik und werden nicht mit der Weichenschaltung gekoppelt.
Als Gleissystem verwende ich Fleischmann piccolo (mit Schotterbett). Vielleicht verlege ich die Gleise auf einer Korkbettung (ist noch offen, da die Geräuschentwicklung bei der Spur N nicht so groß ist wie bei H0 ist). Nur die Gleiszwischenräume werden dann eingeschottert.Der Aufbau des Geländes soll mit Styrodur, Sperrholz, Graukarton und Spachtelmasse erfolgen. Gebäude sind noch von meiner alten Anlage vorhanden und werden dann auch wieder zum Einsatz kommen, sie müssen aber teilweise überholt und mit "Kitbashing" nachbearbeitet werden.
Da ich nur “enge” Radien einsetzen kann, muss ich, auf den Einsatz großer und langer Schnellzugwagen und besonders großer Lokomotiven verzichten (Gefahr der Flankenfahrt). Diese können wenn überhaupt nur auf dem äußeren Radius gefahren werden.
Oberleitungsbetrieb soll im Bahnhofsbereich und auf der zweigleisigen Hauptstrecke als Attrappe aufgebaut werden.
Alles weitere ergibt sich im Zuge des Aufbaus. Sicherlich werde ich die eine oder andere Überlegung dann noch etwas modifizieren müssen, aber gerade das macht mir Spaß.... und so soll die Anlage später einmal aussehen.
